Der Hopfen sprießt

2014-03-30 18.24.40
Die diesjährige Saison ist ja schon in vollem Gange, aber die Versuche zum Hopfenanbau beginnen effektiv erst jetzt – als der Hopfen zu sprießen beginnt. Aus den zwei Pflanzen vom letzten Jahr kommen etliche Triebe, von denen wir wohl einige abschneiden werden müssen.
Jetzt bin ich gespannt, wie schnell die Pflanze wächst.

Hopfenseihen mit selbstgebautem Schwanenhals

Bei mir hat mal wieder die Bastelwut zugeschlagen, ich habe mir einen Schwanenhals zum verschleißmaterialfreien Abseihen der Würze nach dem Hopfenkochen , dem sogenannten Hopfenseihen, gebaut.
Bislang habe ich die Würze durch einen Filtersack (den sogenannten Sputnik) laufen lassen. Dieser wird mit der Zeit immer unansehnlicher, muss zeitintensiv gereinigt und irgendwann mal ersetzt werden.

Professionelle Brauereien machen die Heißtrub-Abscheidung anders, hier werden physikalische Effekte ausgenutzt – einer davon ist der Whirlpool-Effekt.
Dabei wird die Flüssigkeit in Rotation versetzt, schwerere Schwebstoffe sammeln sich dabei dann kegelförmig am Boden in der Mitte des Gefäßes. Vielleicht kennt ja der eine oder andere das von einer Tasse Tee, auch hier sammeln sich die Teekrümel nach dem Umrühren in der Tassenmitte.
Wenn die Rotation zum Erliegen gekommen ist kann man dann entweder (besonders, wenn der Boden kegelförmig ist) den Heißtrub an der Bodenmitte abziehen, oder mit einem ringförmigen Rohr am Rand des Gefäßes die Würze.

Der Schwanenhals ist zusammengelötet

Der Schwanenhals ist zusammengelötet

Für letzteres habe ich mir einen Schwanenhals gebaut.
Hierfür benötigt man Kupferrohr, vorzugsweise schon vorgebogen – dann fällt das Biegen auf den richtigen Radius leichter. In die Unterseite des Rings werden nun Löcher gebohrt – ich habe einen Durchmesser von 1,5 mm gewählt, mit möglichst jeweils 5 mm Abstand zueinander.
Die Enden des gebogenen Rings verschließt man mit einem T-Stück, nun noch das gebogene Steigrohr anbringen – fertig.
Vor der Nutzung sollte das Kupfer blank geputzt werden, auch schadet es nicht, das (Sanitär-)Lot so weit als möglich abzufeilen.

Der Schwanenhals im leeren Topf

Der Schwanenhals im leeren Topf

Dann noch einen Schlauch anschließen und die Würze ablaufen lassen.



Hier ist ein Video, wie das dann aussieht:

Flaschenspüler

Bier brauen kann man mit einfachsten Mitteln.
Im Prinzip reichen ein Topf, ein Eimer, ein Tuch und ein Thermometer.

Allerdings ist es äußerst mühselig, mit so einfachen Mitteln zu arbeiten, besonders weil es viele kleine Dinge gibt, die einem die Arbeit erleichtern.

Mehrwegflaschen

Eine wichtige Komponente in der Kette des Brauens ist ganz am Ende – die Flasche (sofern man kein Fass benutzt).

Hobbybrauer werden dem System der Mehrwegflasche mehr als gerecht, wenn eine Flasche mal geleert ist, hat man ein großes Interesse daran, sie schnell wieder zu säubern um sie später wieder ohne großen Aufwand mit Bier füllen zu können. Saubere Flaschen sind sehr wichtig, um qualitativ hochwertiges Bier herzustellen, 40 Flaschen für 20 Liter zu spülen ist aber eher Strafe als Vergnügen.

Hier kommen die kleinen Helfer wie dieser Flaschenspüler ins Spiel 🙂

Der Flaschenspüler

Die Einzelteile des Flaschenspülers

Die Einzelteile des Flaschenspülers

Für kleines Geld gibt es, zum Beispiel beim Hobbybrauerversand einen Flaschenspüler, der an einen Wasserhahn montiert werden kann.
Der Anschluss ist recht „grob“ ausgeführt mit 3/4″ – das passt am eher auf Gartenwasserhähne als auf Küchenwasserhähne.
Zum Glück gibt es im Baumarkt des Vertrauens Adapter aller Art.

Der Flaschenspülern mit Adaptern für meinen Wasserhahn

Der Flaschenspülern mit Adaptern für meinen Wasserhahn

Küchenwasserhähne haben für gewöhnlich entweder ein M24 Innen- oder ein M22 Aussengewinde. Meiner ist mit einem M24 Innengewinde ausgestattet.
Der Flaschenspüler hat ein 3/4″ Aussengewinde, ich hätte also einen Adapter mit den Gewinden 3/4″ (innen)/M24 (aussen) gebraucht.
Leider hatte mein Baumarkt des Vertrauens nur einen Adapter von 3/4″ (aussen) auf M22 (innen) im Angebot, aber zudem noch einen von M22 (aussen) auf M24 (aussen).
Die Kette ist also nun 3/4″->M22->M24 und passt so prima in meinen Wasserhahn.

Der Flaschenspüler im Einsatz

Der Flaschenspüler im Einsatz

Bei meinem Wasserhahn reicht es, den Perlator mit der Hand anzuziehen um dicht zu sein, dementsprechend leicht lässt sich dieser auch entfernen um dem Flaschenspüler Platz zu machen.
Sobald dieser angebracht ist, reicht es dann, die Flasche über die Düse zu stecken, kurz zu drücken und ein kräftiger Strahl schiesst in die Flasche und sorgt dafür, dass noch vorhandene Reste ausgespült werden.

Noch weniger Aufwand hat man nur noch mit einem fest montierten Flaschenspüler 🙂

Maische mit Hilfe eines Ansaugkörbchen läutern

Wie unter ich unter Läuterbottich mit Panzerschlauch-Gewebe bereits beschrieben habe, habe ich mir einen Läuterbottich gebaut, der mit Hilfe des Edelstahlgewebes eines Panzerschlauches Maische läutern kann um Bier zu brauen.

Das Prinzip funktioniert gut, durch die Höhe des Auslaufhahns kommt es aber zu hohen Verlusten da nicht alles an Würze aus dem Eimer geholt werden kann.

Ich habe mir also mit anderen Mitteln aus dem Baumarkt eine Alternative überlegt.

Das Ansaugkörbchen

Ansaugkörbchen und Auslaufventil

Ansaugkörbchen und Auslaufventil

Zentrales Element ist aus dem Bereich der Wasserpumpen; ein Ansaugkorb mit 1 1/2 Zoll Anschluß aus Edelstahl-Streckmetall. Der Korb wird in den Boden eines Eimer eingesetzt und auf der anderen Seite mit ein paar Reduzierstücken mit einem Auslaufventil verbunden.

Die anderen Teile

Die Einzelteile

Die Einzelteile

Hier kann man sämtliche Einzelteile sehen (bis auf den Eimer), die ich verbaut habe.

  • Den Ansaugkorb (4,49 EUR)
  • Zwei Gummidichtungen, eine für die Innenseite des Eimers, die andere für die Außenseite (1,39 EUR)
  • Eine Reduziermuffe, 1 1/2 Zoll auf 3/4 Zoll (3,29 EUR)
  • Ein Reduzierstück 3/4 Zoll auf 1/2 Zoll (1,29 EUR)
  • Ein Kugel-Auslaufventil (5,49 EUR)
  • Eine Rolle Teflonband zum Abdichten (0,89 EUR)
  • Ein 30 l Eimer von Flaschenland.de (4 EUR)

Gesamt also 20,84 EUR.



Teflonband am Gewinde

Teflonband am Gewinde

Ein Teflonband am Gewinde der Teile anzubringen ist vermutlich nicht notwendig, da die Konstruktion und keinem hohen Druck steht – die Rolle kostet aber nur 89 Cent, ich wollte daher auf Nummer Sicher gehen 🙂
Es wurden Bedenken geäußert, dass die Zinkbeschichtung der Teile gesundheitsschädlich für die Hefe, den Menschen oder beides sein könnte – andere haben das Gegenteil behauptet. Ich halte mich hier an die Weisheit „die Dosis macht das Gift“ ein kurzer Kontakt der Würze mit einer Zinkoberfläche wird also vermutlich weder die Hefe noch mich umbringen.

Zusammenbau

Das Ansaugkörbchen ist in der Mitte des Läuterbottichboden

Das Ansaugkörbchen ist in der Mitte des Läuterbottichboden

In den Eimer habe ich ein passendes Loch in den Boden geschnitten und das Gewinde des Körbchens eingesteckt – mit einer der Dichtungen zwischen dem Boden und dem Körbchen.

Der Ablasshahn an der Unterseite des Läuterbottiches

Der Ablasshahn an der Unterseite des Läuterbottiches

Auf der anderen Seite, also der Unterseite des Eimers, wird durch zwei Reduziermuffen dern Ablasshahn angebracht.

Der Läuterbottich im Gestell

Der Läuterbottich im Gestell

Da nun der Boden mit der Ablaufvorrichtung ausgestattet ist, kann der Eimer nicht mehr auf ihm stehen – es braucht also noch ein Gestellt, in das man den Läuterbottich stellen kann. Ich habe mir hierfür etwas aus alten Dachlatten zusammengezimmert. Es ist nicht hübsch, hält dafür aber bombenfest.

Läutern

Das Läutern klappt - klare Würze

Geläuterte Würze

Der erste Versuch, mit dem Bottich Würze zu läutern, war auch gleich ein voller Erfolg! Die Würze läuft flott und klar ab, der Durchfluss lässt sich durch den Hahn gut regeln, und der Verlust, der im Eimer zurückbleibt, ist minimal. Zudem lässt sich alles gut reinigen.

Ich sehe hier nun keinen Bedarf mehr, meine Läutermethode zu verbessern. jedenfalls für die Mengen, die ich abläutere.

Fragen oder Anregungen? Ich freue mich auf Eure Kommentare 🙂

Das Flaschenmanometer im Eimertest – eine Dichtigkeitsprüfung

Das neue Flaschenmanometer, das ich gebaut habe um den Druck in den Flaschen mit frisch gebrautem Bier zu messen, hat sich als undicht erwiesen. Mit der Messung des Drucks kann man, ohne die Flasche zu öffnen, beurteilen, ob die Nachgärung in Gang gekommen ist oder nicht.

Auf eine Flasche aufgesetzt zeigt sich, dass zwar am Anfang Druck im Manometer aufgebaut wird, dieser verringert sich aber dann im Laufe von Tagen.
Ich mache also einen mehr oder minder kontrollierten Test.

Die undichte Stelle im Flaschenmanometer

Die undichte Stelle im Flaschenmanometer

Um zu sehen, wieviel Druck es aushält habe ich es auf eine Flasche mit einer Hefe/Zuckerflüssigkeit montiert und abgewartet, mehr als 0,8 Bar waren auf der Uhr aber nicht zu sehen und am nächsten Morgen war der Druck auf 0,1 Bar gesunken.
Das Flaschenmanometer muss also eine undichte Stelle haben, ich muss also nun rausfinden, wo.
Dazu habe ich den guten alten Eimertest gemacht.
Hierzu nimmt man einen Eimer, der groß genug ist den zu prüfenden Gegenstand aufnehmen zu können, den macht man voll mit Wasser und taucht den Prüfling unter. Und da, wo Luftblasen aufsteigen, entweicht offensichtlich Luft.

In meinem Fall war das direkt am Schaft von Druckrohr, hier war deutlich zu sehen, dass Luft austritt – die zwar kleinen Blasen sind nicht zu übersehen.

Ich versuche nun, den Verschluss mit etwas Nagellack an der Stelle zwischen Druckrohr und Verschlussstopfen abzudichten, wenn das nicht klappt muss ich die Konstruktion verbessern.

Unter neuer Adresse

Das Blog ist umgezogen!

Das Blog hat eine neue Adresse bekommen und ist nun unter einer eigenen Domain erreichbar: www.gruentlich.de.
Der Domainname soll unterstreichen, worum es geht: zum einen um das gründliche ausleben meiner Hobbys, speziell eines: das Hobbybrauen.
Mein Gebräu, „Biergenuss im Zeichen der 8“, wird noch einen eigenen Beitrag bekommen, nur soviel: der Name bezieht sich auf den Grünten, der Berg in den Alpen, der als Leitmotiv sowohl des Bier und daher auch dieses Blogs ausgewählt wurde – nicht zuletzt deswegen, weil ich im Grüntenweg wohne und den Gipfel bei gutem Wetter in Sichtweite habe 🙂

Das Titelbild des Blogs ist, wer’s noch nicht bemerkt hat, ein Ausblick vom Gipfel des Grüntens.

Bitte aktualisiert daher die Bookmarks und/oder Feeds!

Das Flaschenmanometer in verbesserter Version

Mein Flaschenmanometer funktioniert in der ersten Version ja eigentlich schon ganz zufriedenstellend, aber ich hatte noch ein paar Verbesserungsmöglichkeiten im Kopf, deren Umsetzung ich für den nächsten Sud versuchen wollte.

Speziell die Lösung mit den aufgebogenen Drähten, Haltemuttern und dem Stützblech fand ich verbesserungswürdig. Ich habe mir daher überlegt, wie man die ursprüngliche Konstruktion der Druchführung des Drahts durch den Verschluss beibehalten kann.

Der Draht hat einen Druchmesser von 3 mm, eine Messinghülse mit 3 mm Innendurchmesser hat einen Außendurchmesser von ca 4 mm, was immer noch wesentlich weniger ist als der Innendurchmesser des Druckrohrs, an dem das Manometer befestigt ist. Die Drahthülse durch die Druckhülse zu führen müsste also möglich sein, und vorausgesetzt ich bekomme die Konstrution abgedichtet müsste das eine passable Lösung ergeben.

Also: auf zum Bohrständer!

Die Druckhülse

Ich schneide ein Gewinde auf das Druckrohr

Ich schneide ein Gewinde auf das Druckrohr

Ausgangspunkt ist erneut das Rohr, das den Druck in der Flasche in das Manometer leiten soll. Ich nehme wieder ein Alurohr mit 8 mm Außendurchmesser und schneide auf dieses ein M8-Gewinde. Das Rohr ist 45 mm lang, das Gewinde schneide ich dabei gerade so lange, dass es komplett in den Verschluss geht. Man könnte das Rohr auch etwas kürzer machen, so gibt es aber etwas Fläche, an der ich eine Zange ansetzen kann. Die Zange wird die Oberfläche unweigerlich zerkratzen beim Einschrauben des Rohrs in den Verschluss, aber dies geschieht dann in einem Bereich der nicht von der Quetschmutter genutzt wird – und diese wird dann eher dicht.

In den Verschluss muss auch noch ein Gewinde geschnitten werden

In den Verschluss muss auch noch ein Gewinde geschnitten werden

Der Verschluss selbst braucht natürlich auch noch ein M8-Gewinde. Ich habe ihn in der Ständerbohrmaschine mit einem 6,5 mm Bohrer vorgebohrt und dann mit einem M8-Schneideisen ein Innengewinde verpasst. Wichtig: das Gewinde nicht vollständig durchschneiden! Das Schneideisen verjüngt sich zum Ende, was das Einschneiden erleichert. Umgekehrt bedeutet dies, dass das Gewinde nicht vollständig eingeschnitten wird, wenn man es nicht komplett durchschneidet. Ich lasse daher ein paar Umdrehungen „ungeschnitten“, dadurch muss das Druckrohr sich durch das Plastik drücken, was die Dichtigkeit erhöht.

Das Druckrohr mit Gewinde für den Verschluss

Das Druckrohr mit Gewinde für den Verschluss

Wenn beide Gewinde geschnitten sind, kann das Druckrohr in den Verschluss geschraubt werden. Das sollte recht schwer gehen, da sich das Plastik beim Schneiden komprimiert hat – das ist gut, denn die Reibung sorgt für die Dichtigkeit.
Wenn das Rohr eingeschraubt ist, kann man es durchbohren für die Messinghülse, die dann den Drahtverschluss beherbergen soll.

Die Hülse für den Drahtverschluss

Die Drahthülse für das Druckrohr In diesem Bild sieht man, wie die Dinge ineinandergreifen sollen. Die Drahthülse soll durch das Druckrohr führen, und der Bügeldraht soll durch diese Hülse gehen. Man sieht, dass der Draht auf einer Seite vollständig aufgebogen und begradigt ist, zum einen um den Verschluss abziehen zu können, zum anderen um durch die enge Hülse zu passen.

Das Druckrohr ist durchbohrt und die Hülse eingeführt

Das Druckrohr ist durchbohrt und die Hülse eingeführt

Hier ist das Druckrohr nun durchbohrt und die Messinghülse eingepasst. Beim Durchbohren des Rohrs muss man aufpassen, daß der Winkel absolut stimmt – der Bohrer muss also das ursprüngliche Loch für Draht ohne Abweichung sowohl im Ein- als auch im Ausgang zentriert erwischen. Ich habe hierfür das Druckrohr in den Spannbacken des Halters der Standbohrmaschine sowohl waagerecht in der Lage des Rohrs als auch senkrecht in der Position der ursprünglichen Bohrung eingespannt – die Bohrung wurde dadurch absolut Lagegerecht.

Man sieht deutlich, dass an der Drahthülse vorbei noch genug Platz ist

Man sieht deutlich, dass an der Drahthülse vorbei noch genug Platz ist

Hier sieht man deutlich, dass das Druckrohr in seinem Querschnitt durch die Drahthülse zwar stark verringert wird, aber immer noch genug Platz ist, um den Druck unvermindert an das Manometer weiterzuleiten. Ich habe die Hülse mit einem Gewindeschneider für M5 bearbeitet. Dadurch ist zwar kein vollständiges Gewinde entstanden, aber wohl doch genug Fläche, um dem abdichtenden Kunstharz ausreichend Arbeitsfläche zu bieten.

Die Drahthülse ist mit Kunstharz vergosse

Die Drahthülse ist mit Kunstharz vergosse

Die Hülse ist auf diesem Foto nun großflächig mit Kunstharz versehen und eingepasst worden. Man darf es hier mit der Menge nicht übertreiben, das Druckrohr soll noch durchgängig bleiben, dennoch muss die Hülse abgedichtet sein. Wenn das Harz ausgehärtet ist, kann man es perfekt in Form bringen – bis dahin muss man Geduld haben, auf diesem Foto ist also noch die gegossene Form zu sehen.

Die Einzelteile fertig zusammengefügt

Das Manometer ist nun komplett zusammengefügt.

Das Manometer ist nun komplett zusammengefügt.

Wenn das Harz einigermaßen hart ist, kann man den Draht durchstecken und in seine ursprüngliche Form zurückbiegen.
Die Quetschmutter mit dem Manometer kann nun leicht aufgebracht werden dazu habe ich die Mutter in einen Schraubstock eingespannt und von der einen Seite aus das Druckrohr eingeführt und von der anderen Seite das Manometer angeschraubt. Der Startwinkel hat nicht gepasst, die Anzeige ist als etwas verdreht – mich stört das nicht, aber wer’s genau ausgerichtet mag müsste hier nochmal nacharbeiten 😉

Nun lasse ich da Harz komplett aushärten, und als nächstes ist der bekannte Zuckerwasser/Hefe-Drucktest zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit dran – mehr dazu im nächsten Teil.

Gibt es Fragen oder kann ich weiterhelfen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Neutraler Flaschenverschluss für Bügelflaschen

Ich fülle meine Sude in normale Pfandflaschen mit Bügelverschluss ab.
Mein Bier scheint vielen meiner Freunden und Bekannten zu munden :-), daher habe ich schon einige Anfragen bekommen zu Festen oder Veranstaltungen ein individuelles Bier zu brauen. Die „gebrauchten“ Pfandflaschen haben einen Flaschenverschluss mit dem Logo der jeweiligen Brauerei, das ist für ein Geschenk oder eine Beigabe nicht optimal, da das Bier ja von mir kommt und nicht von Brauerei XYZ.

Der kleine und große Verschluss nebeneinander

Der kleine und große Verschluss nebeneinander

Ich habe mich also auf die Suche nach einem Versand für neutrale Verschlüsse gemacht und bin bei flaschenland.de fündig geworden.
Leider gibt es dort nur Verschlüsse in „klein“ und „groß“ ohne nähere Angaben. Ich habe daher dort angefragt welcher Verschluss denn nun auf 0,5 l Euroflaschen passt. Die Antwort war, daß man mir dahingehen zwar nicht konkret weiterhelfen konnte, ich aber gerne jeweils einen Verschluss zur Begutachtung überlassen bekomme.
Das Angebot habe ich gerne wahrgenommen, vielen Dank dafür 🙂

Der kleine Flaschenverschluss

Der kleine Flaschenverschluss

Die Exemplare, die mir überlassen wurden, waren aus Kunststoff und von höherer Qualität, als ich sie erwartet hatte. Die Kunststoffverschlüsse, die ich für mein Flaschenmanometer verwendet hatte, welche ja von zwei relativ billigen Sektfalschen recycled wurden, waren wesentlich weicher und hatten mehr Grate vom Gußvorgang. Nicht so die Probeexemplare, der Kunststoff hat vom Gefühl beim Anfassen große Ähnlichkeit mit dem Porzellan/Keramik der Pfandflaschen, auch die Verarbeitung ist angemessen hochwertig, es gibt keine Grate oder Rückstände, die das Bild trüben würden.
Hier im Bild ist nun der kleine Verschluss zu sehen – er ist in der Tat klein und wohl eher für Likörfläschchen gedacht.

Der große Flaschenverschluss

Der große Flaschenverschluss

In diesem Bild nun ist der „große“ Flaschenverschluss zu sehen, das ist auch genau der, der für Bierflaschen geeignet ist – die Bemaßungen lassen sich zudem leicht aus dem im Bild zu sehenden Meterstab ersehen.

Diesen Verschluss werde ich nun für den Flaschenmanometer-Prototypen V2 verweden 🙂

Zudem werde ich ein paar dutzend Verschlüsse bestellen, die Warenproben haben mich jedenfalls überzeugt!

Flaschenmanometer selbstgebaut – die Effizienz

Mein Sorgen-Sud ist zu der Zeit, als ich das schreibe, noch ohne Reaktion in der Nachgärung. Ich habe das Flaschenmanometer aufgesetzt, um kontrollieren zu können um meine Rettungsmaßnahmen greifen. Eine Woche mit erhöhter Gärungstemperatur hat keine Reaktion im Druck der Flasche hervorgerufen.
Ich war verunsichert, ob nicht vielleicht eine undichte Stelle in der Konstruktion des Flaschenmanometer einen Druckverlust verursacht, also wollte ich es auf Dichtigkeit testen.
Am Besten geht das auf ganz pragmatische Art: eine Bügelflasche mit Zuckerwasser und Backhefe versehen und mit dem Manometer verschließen.
Das Ergebnis war befriedigend, nach nur einer Stunde hatte ich 1 Bar auf der Uhr, niedrigen Druck scheint die Konstruktion also zu vertragen. Um einen weiteren Verlauf beurteilen zu können, habe ich also die Flasche in einen Gäreimer gestellt und diesen mit Deckel fest verschlossen für den Fall, dass einer der Drähte oder die Dichtung nachgibt und sich der Druck explosionsartig Raum verschafft.

Auschnitt Manometer Am nächsten Morgen war der Ergebnis ernüchternd: 0 Bar auf der Uhr. Meine erste Vermutung war: der Druck ist über Nacht schleichend entwichen.

Umso größer war meine Überraschung (soll heißen: mein Gesicht dümmer) als ich die Flasche in der Küchenspüle geöffnet habe, um die Hefebrühe zu entsorgen: der Flascheninhalt flog mir förmlich um die Ohren!
Das Manometer war zwar auf 0 Bar in der Anzeige, aber auf der anderen Seite des Anschlagpins! In der Flasche waren also mindestens 5 Bar Druck, und ich wusste das nicht.

Die Folge:

  1. Die Konstruktion hält! Ich brauche maximal 2 Bar für die Carbonisierung, und 5 Bar waren in der Flasche.
  2. Ich musste die Küche mehr oder weniger komplett aufwischen und die verspritzte Hefe entfernen, zusammen mit meiner Kleidung und einer gründlichen Dusche 😉

Moral von der Geschicht: auch einfache Konstruktionen können gute Ergebnisse liefern, und es macht einen riesen Unterschied auf welcher Seite eines kleinen Pins ein Zeiger zu liegen kommt.

Flaschenmanometer selbst bauen

Einer meiner Sude macht mir derzeit Sorgen – das Bier carbonisiert nicht, bei der Reifung in der Flasche findet also keine Gärung statt, die aus dem Restzucker (bei mir mit Speise) das CO2 macht, das sich unter dem entstehenden Druck im Bier löst und ihm die Spritzigkeit verleiht.

Für Kontrollen und Experimente müsste ich jedes Mal eine Flasche opfern, was die Ausbeute schmälern würde. Ich möchte daher den Erfolg meiner Gegenmaßnahmen durch den Anstieg des Drucks in der Flasche kontrollieren – ich brauche also ein Flaschenmanometer.

Ein selbstgebautes Flaschenmanometer

Ein selbstgebautes Flaschenmanometer

Die kann man für ca 70 EUR im Fachhandel kaufen, oder sich mit einfachen Mitteln aus dem Bau- und Getränkemarkt selbst bauen.

Folgende Materialien habe ich verwendet, Baumarkt:

  • Ein Manometer, 0-4 Bar, Anschluß 3/8″, ca 7 EUR
  • Ein Alurohr, Außendurchmesser 8 mm, war bei mir in der Bastelkiste, der Meter kostet ca 2 EUR
  • Eine Quetsch-Überwurfmutter für ID 8 mm / 3/8″
  • Ein Stück Flacheisen, war auch bei mir im Bastelkeller
  • 3 mm Muttern

An Werkzeugen benötigt man Bohrer und Gewindeschneider (sowohl Außen- als auch Innengewinde) für 8 und 3 mm.

Aus einem Getränkemarkt habe ich noch Sektflaschen mit Bügelverschluß bekommen, dabei war der Stopfen aus Kunststoff (und nicht aus Porzellan wie bei Bierflaschen), diese Verschlüsse gibt es aber auch im Cent-Bereich im Zubehörversand für Hobbybrauerbedarf. Der Draht des Bügelverschlusses sollte ca. 3 mm Durchmesser haben.

Die einzelnen Teile des Flaschenmanometers im Detail

Die einzelnen Teile des Flaschenmanometers im Detail

Zuerst muss man das Rohr auf eine geeignete Länge kürzen, ich habe 10 cm genommen, das ist weit mehr als genug, 5 cm reichen vermutlich auch.
Nun dreht man auf das eine Ende des Rohrs ein Gewinde, das mindestens so lang ist wie der Verschlussstopfen hoch. Am anderen Ende des Rohrs muss noch etwas glattes Rohr übrig bleiben. Auf das glatte Ende kommt nun die Überwurfmutter, die man auf den Anschluss des Manometers schraubt. Das ist anfangs eine etwas wackelige Angelegenheit, durch das Aufschrauben wird die Mutter aber auf das Rohr gequetscht und schließt dieses dicht ab.

Als nächstes fertigt man das Flacheisen an, es sollte mindestens 6 x 1,5 cm haben. In die Mitte wird ein Loch gebohrt mit 8 mm Durchmesser, mit etwas Abstand an die Enden Löcher mit 4 mm Durchmesser.
Durch das 8 mm Loch kommt das Alurohr, die 4 mm Löcher sind für die Haltebügel.

Der Verschluss ist durchbohrt

Der Verschluss ist durchbohrt

Nun muss man den Bügelverschluss mit dem Plastikstopfen modifizeren, wir brauchen den Stopfen selbst und den Draht, der durch ihn durchgeht. Am Besten biegt man einen der Knicke auf, schiebt den Stopfen an das Ende und trennt den Draht in der Mitte auf.
In den Stopfen bohrt man nun über die volle Länge ein 7 mm durchmessendes Loch und schneidet in dieses ein 8 mm Gewinde. Den Stopfen kann man nun auf das Gewinde am Rohr schrauben. Wenn das recht streng geht, muss man das Gewinde nicht weiter abdichten, ansonsten sollte man das Gewinde noch mit Kleber oder Nagellack einstreichen bevor man das Rohr in den Stopfen schraubt.

Als letztes wird auf die aufgebogenen Drahthälften auf die Enden, die vorher im Stopfen waren, ein 3 mm Gewinde aufgeschnitten. Mit dem Aufbiegen nicht übertreiben, die Haken an den Enden brauchen wir noch, diese sollte man nun in die den an der Flasche verbliebenen Verschluss einhaken und durch die Löcher in Flacheisen führen. Nur noch die 3 mm Muttern drauf, festziehen, fertig.

Durch Öffnen, nachziehen der Muttern und wieder Verschließen kann man sogar die Spannung regulieren.