Petromax 829 HK500 umrüsten auf Spiritusbetrieb

Die Petromax 829 Starklichtlampe wird bekanntlich mit Petroleum befeuert um Licht zu erzeugen. Das Licht ist damit einfach nur hell, dabei rauscht die Lampe recht laut, wird heiß und es riecht doch recht deutlich nach Petroleum, jedenfalls für feine Nasen.

Ändert man aber die Parameter der Lampe wie Düsenbohrung, Luftmenge und andere, kann sie auch mit Spiritus betrieben werden. Der Vorteil: weniger Geräusch, geringere Hitzeentwicklung, geringerer Verbrauch, keine Geruchsbelästigung (Alkohol verbrennt zu CO2 und Wasser) und geringere Betriebsdruck (0,3 statt >1 Bar). Zudem ist die Lampe damit nicht ganz so hell, ob das ein Vor- oder Nachteil ist mag jeder selbst beurteilen.

Ich beschreibe also nun, wie ich meine fabrikneue, verchromte 829 umgerüstet habe auf Alkoholbetrieb.

Ehre wem Ehre gebührt, die Idee ist nicht von mir; ich vollziehe den Umbau nach „Methode Gebaur“ wie auf Lampenmaxe.de beschrieben.

Spiritusumbau KomponentenGeändert werden müssen folgende Teile:

  • die Düse
  • die Luftmischung
  • der Tonbrenner
  • der Glühstrumpf
  • ggfs. auch noch die Vergaserstopfung

Die Düse

Düse mit 0,4mm Bohrung

Düse mit 0,4mm Bohrung

Für die Niederdruck-Variante muß die Düse aufgebohrt werden auf 0,4mm, der Dampfdruck von Spiritus ist wesentlich höher als der von Petroleum. Mit einem Bohrerset für ein paar Cent von eBay und einem Dremel mit Bohrständer ist so eine Düse schnell geweitet. Als Ausgangsmaterial nehme ich hierfür gebrauchte „ausgenudelte“ Düsen, die für den Petroleumbetrieb nicht mehr taugen. Auf 0,4mm aufgebohrt tun die’s dann im Spiritusbetrieb wieder hervorragend 🙂

Die Luftmischung

Eine Luftdrossel in der Mischkammer

Eine Luftdrossel in der Mischkammer

Das Luft/Brennstoff-Gemisch muss bei Spiritus fetter sein als bei Petroleum, daher reduziert man die Luftzufuhr. Im Petroleumbetrieb kann man für die Regulierung den Abstand des Mischrohrs zur Düse variieren: je geringer, desto fetter. So gering kann man den Abstand aber konstruktionsbedingt gar nicht machen, wie es notwendig wäre. Daher setzt man eine Drossel ein, in meinem Fall ein Stück Kupferrohr aus dem Baumarkt, 15mm Aussendurchmesser und 20mm Länge. Am der Düse abgewandten Ende noch ein Loch mit 6mm Durchmesser bohren, alles sauber entgraten, fertig.
Eleganter wäre noch eine Ummantelung um die gesamte Mischkammer, die man verschieben kann um so eine Öffnung zu vergrößern oder zu verkleinern – das wird aber der nächste Schritt.

Der Tonbrenner

Der Tonbrenner

Der Tonbrenner

Der Tonbrenner erfüllt die Aufgabe, das Gas/Luftgemisch gleichmäßig zu verteilen, dies geschieht durch viele kleine Löcher, die wie Düsen fungieren. Die Löcher müssen vom Durchmesser so beschaffen sein, daß die Durchflussgeschwindigkeit des Gases etwa der der Abbrenngeschwindigkeit entspricht – dann brennt die Flamme genau vor dem Brenner. Ist die Geschwindigkeit zu niedrig gibt es Flammenrückschläge in das Mischrohr, ist sie zu hoch wird die Flamme „weggeblasen“ Da der Druck im System wesentlich niedriger ist als im Petroleumbetrieb, muß der Querschnitt verringert werden. Das erreicht man indem man den äußeren Lochkreis verschließt, hierfür bietet sich zum Beispiel Auspuffkitt an. Der läßt sich einfach aufbringen, man muß den Kitt nur langsam trocknen lassen und nicht, wie vorgesehen, durch Hitze, da er sich sonst zusammenzieht und die Löcher nicht richtig verschliesst.

Der Glühstrumpf

Glühstrumpf

Höher angebundener Glühstrumpf

Der Glühstrumpf wird durch das aus dem Tonbrenner austretende heiße Gas zum Leuchten angeregt. Die Gasmenge, die den Strumpf ausfüllt, muss so bemessen sein daß das Volumen vollständig ausgefüllt ist, aber auch nicht zuviel, da sich sonst um den Glühkörper herum eine Korona bildet. Durch den geringen Druck und damit austretende Gasmenge ist der Glühstrumpf für die HK500 zu groß. Man kann nun einen von Haus aus kleineren Strumpf anbinden, oder den HK500-Strumpf einfach höher anbinden. Hierfür nehme ich den normalen Strumpf, ziehe den Anbindefaden heraus und fädele ihn mit einer Stopfnadel etwas weiter unten wieder ein.
Den Überstand schneide ich ab und brenne den angebundenen Glühstrumpf ganz normal ab.

Die Vergaserstopfung

Gestopfter Vergaser

Gestopfter Vergaser

Über das Vergaserstopfen habe ich bereits einen Artikel geschrieben, daher nur so viel: Spiritus verdampft bei schon sehr viel geringeren Temperaturen als Petroleum, und der Dampf bildet ein isolierendes Polster zur Vergaserwand was eine weitere Verdampfung verhindert und im Endeffekt zu „Blinken“ führt. Man kann dem entgegenwirken indem man die Fläche, die Wärme in den Brennstoff leitet, vergrößert, zum Beispiel indem man Putzdochte zum Waffenreinigen in den Vergaser einführt. In dem Artikel ist das aber umfassend dokumentiert 🙂

Hier ist noch ein Video, wie die Lampe gestartet wird. Das Blinken, das am Anfang auftritt, gibt sich gleich nach dem Start, wenn sich die Druckverhältnisse eingependelt haben.

4 Gedanken zu „Petromax 829 HK500 umrüsten auf Spiritusbetrieb

  1. Hallo Thomas,

    das ist ja mal eine schöne Beschreibung!

    Grüße

  2. Hallo Thomas,
    ich selbst baue auch gerade eine Geniol um, soweit alles bestens
    das verschließen des äußeren Lochkreises am Tonbrenner,
    wie hast Du das gemacht?
    Von innen oder von außen mit Hilfe eines Rohrs?
    Über hilfreiche Hinweise würde ich mich freuen,
    Peter Kretschmer

  3. Ich habe den Brenner von innen zugeschmiert. Geht mit einem angefeuchteten Finger sehr gut, man muss halt sorgfältig arbeiten. Richtig dick durch die Löcher drücken damit es etwas vorquillt aussen, und dort auch noch verschmieren.

  4. Hallo zusammen,
    ich habe eine alte 350er ( Chinafertigung „Golden Globe“) wie beschrieben umgebaut, läuft super mit original Glühstrumpf und Düse. Mit Petroleum war das Biest nicht zu starten. Meine neue 829 habe ich mit dem Umbausatz von Pelam umgebaut, mit Originaldüse bisschen wenig Licht, die mitgelieferte 0,4 Düse ging garnicht. Ich habe dann eine Originaldüse auf 0,30 aufgerieben, die Lampe läuft super bei einem Druck den das Manometer noch garnicht anzeigt.

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