Flaschenmanometer selbst bauen

Einer meiner Sude macht mir derzeit Sorgen – das Bier carbonisiert nicht, bei der Reifung in der Flasche findet also keine Gärung statt, die aus dem Restzucker (bei mir mit Speise) das CO2 macht, das sich unter dem entstehenden Druck im Bier löst und ihm die Spritzigkeit verleiht.

Für Kontrollen und Experimente müsste ich jedes Mal eine Flasche opfern, was die Ausbeute schmälern würde. Ich möchte daher den Erfolg meiner Gegenmaßnahmen durch den Anstieg des Drucks in der Flasche kontrollieren – ich brauche also ein Flaschenmanometer.

Ein selbstgebautes Flaschenmanometer

Ein selbstgebautes Flaschenmanometer

Die kann man für ca 70 EUR im Fachhandel kaufen, oder sich mit einfachen Mitteln aus dem Bau- und Getränkemarkt selbst bauen.

Folgende Materialien habe ich verwendet, Baumarkt:

  • Ein Manometer, 0-4 Bar, Anschluß 3/8″, ca 7 EUR
  • Ein Alurohr, Außendurchmesser 8 mm, war bei mir in der Bastelkiste, der Meter kostet ca 2 EUR
  • Eine Quetsch-Überwurfmutter für ID 8 mm / 3/8″
  • Ein Stück Flacheisen, war auch bei mir im Bastelkeller
  • 3 mm Muttern

An Werkzeugen benötigt man Bohrer und Gewindeschneider (sowohl Außen- als auch Innengewinde) für 8 und 3 mm.

Aus einem Getränkemarkt habe ich noch Sektflaschen mit Bügelverschluß bekommen, dabei war der Stopfen aus Kunststoff (und nicht aus Porzellan wie bei Bierflaschen), diese Verschlüsse gibt es aber auch im Cent-Bereich im Zubehörversand für Hobbybrauerbedarf. Der Draht des Bügelverschlusses sollte ca. 3 mm Durchmesser haben.

Die einzelnen Teile des Flaschenmanometers im Detail

Die einzelnen Teile des Flaschenmanometers im Detail

Zuerst muss man das Rohr auf eine geeignete Länge kürzen, ich habe 10 cm genommen, das ist weit mehr als genug, 5 cm reichen vermutlich auch.
Nun dreht man auf das eine Ende des Rohrs ein Gewinde, das mindestens so lang ist wie der Verschlussstopfen hoch. Am anderen Ende des Rohrs muss noch etwas glattes Rohr übrig bleiben. Auf das glatte Ende kommt nun die Überwurfmutter, die man auf den Anschluss des Manometers schraubt. Das ist anfangs eine etwas wackelige Angelegenheit, durch das Aufschrauben wird die Mutter aber auf das Rohr gequetscht und schließt dieses dicht ab.

Als nächstes fertigt man das Flacheisen an, es sollte mindestens 6 x 1,5 cm haben. In die Mitte wird ein Loch gebohrt mit 8 mm Durchmesser, mit etwas Abstand an die Enden Löcher mit 4 mm Durchmesser.
Durch das 8 mm Loch kommt das Alurohr, die 4 mm Löcher sind für die Haltebügel.

Der Verschluss ist durchbohrt

Der Verschluss ist durchbohrt

Nun muss man den Bügelverschluss mit dem Plastikstopfen modifizeren, wir brauchen den Stopfen selbst und den Draht, der durch ihn durchgeht. Am Besten biegt man einen der Knicke auf, schiebt den Stopfen an das Ende und trennt den Draht in der Mitte auf.
In den Stopfen bohrt man nun über die volle Länge ein 7 mm durchmessendes Loch und schneidet in dieses ein 8 mm Gewinde. Den Stopfen kann man nun auf das Gewinde am Rohr schrauben. Wenn das recht streng geht, muss man das Gewinde nicht weiter abdichten, ansonsten sollte man das Gewinde noch mit Kleber oder Nagellack einstreichen bevor man das Rohr in den Stopfen schraubt.

Als letztes wird auf die aufgebogenen Drahthälften auf die Enden, die vorher im Stopfen waren, ein 3 mm Gewinde aufgeschnitten. Mit dem Aufbiegen nicht übertreiben, die Haken an den Enden brauchen wir noch, diese sollte man nun in die den an der Flasche verbliebenen Verschluss einhaken und durch die Löcher in Flacheisen führen. Nur noch die 3 mm Muttern drauf, festziehen, fertig.

Durch Öffnen, nachziehen der Muttern und wieder Verschließen kann man sogar die Spannung regulieren.

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