Hopfenseihen mit selbstgebautem Schwanenhals

Bei mir hat mal wieder die Bastelwut zugeschlagen, ich habe mir einen Schwanenhals zum verschleißmaterialfreien Abseihen der Würze nach dem Hopfenkochen , dem sogenannten Hopfenseihen, gebaut.
Bislang habe ich die Würze durch einen Filtersack (den sogenannten Sputnik) laufen lassen. Dieser wird mit der Zeit immer unansehnlicher, muss zeitintensiv gereinigt und irgendwann mal ersetzt werden.

Professionelle Brauereien machen die Heißtrub-Abscheidung anders, hier werden physikalische Effekte ausgenutzt – einer davon ist der Whirlpool-Effekt.
Dabei wird die Flüssigkeit in Rotation versetzt, schwerere Schwebstoffe sammeln sich dabei dann kegelförmig am Boden in der Mitte des Gefäßes. Vielleicht kennt ja der eine oder andere das von einer Tasse Tee, auch hier sammeln sich die Teekrümel nach dem Umrühren in der Tassenmitte.
Wenn die Rotation zum Erliegen gekommen ist kann man dann entweder (besonders, wenn der Boden kegelförmig ist) den Heißtrub an der Bodenmitte abziehen, oder mit einem ringförmigen Rohr am Rand des Gefäßes die Würze.

Der Schwanenhals ist zusammengelötet

Der Schwanenhals ist zusammengelötet

Für letzteres habe ich mir einen Schwanenhals gebaut.
Hierfür benötigt man Kupferrohr, vorzugsweise schon vorgebogen – dann fällt das Biegen auf den richtigen Radius leichter. In die Unterseite des Rings werden nun Löcher gebohrt – ich habe einen Durchmesser von 1,5 mm gewählt, mit möglichst jeweils 5 mm Abstand zueinander.
Die Enden des gebogenen Rings verschließt man mit einem T-Stück, nun noch das gebogene Steigrohr anbringen – fertig.
Vor der Nutzung sollte das Kupfer blank geputzt werden, auch schadet es nicht, das (Sanitär-)Lot so weit als möglich abzufeilen.

Der Schwanenhals im leeren Topf

Der Schwanenhals im leeren Topf

Dann noch einen Schlauch anschließen und die Würze ablaufen lassen.



Hier ist ein Video, wie das dann aussieht:

3 Gedanken zu „Hopfenseihen mit selbstgebautem Schwanenhals

  1. Hut ab! Sieht toll aus. Mein Schwiegervater hat es auch Mal versucht, hat allerdings nicht wirklich geklappt. SIeht wohl doch einfacher aus als gedacht.
    Hier ist es auch noch detailliert erklärt. Schritt für Schritt. Vielleicht werde ich auch Mal selber Hand anlegen und es versuchen. Danke!! 🙂

  2. Stets zu Diensten 😉

    Der Trick beim Rohre löten ist es, das Kupfer wirklich blitzblank zu reiben (z.B. mit Stahlwolle), mit etwas Flussmittel einreiben, dann gut heiß machen und wenn es leicht matt wird das Lot an die Verbindungsstelle halten.
    Zum heiß machen sollte schon ein Brenner ran, die gibt’s für billig Geld im Baumarkt (handliche Flasche mit Brenneraufsatz).
    Wenn alles richtig ist, läuft das Lot von alleine in den Spalt und man sieht fast nichts.
    Wenn’s nicht klappt: abkühlen lassen, neu blank reiben und nochmal versuchen.

    Als Rohr habe ich übrigens bereits vorgebogenes Material verwendet – das macht die Rundung erheblich einfacher.

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