Spardüsen für den BVB

BVB_Duesen
Vor einiger Zeit habe ich mir einen ausgemusterten Benzinvergaser Brenner der Schweizer Armee zugelegt – hauptsächlich weil er billig war und ich schon immer einen stromunabhängigen Kocher wollte. Als das Ding dann geliefert wurde, war schnell klar, dass ich’s damit wohl ein bisschen übertrieben hatte 😉
Mit zwei Brennern mit je 16KW Leistung ist das gute Stück hoffungslos overpowered für alles, was nicht das Bekochen einer 100 Mann starken Truppe hungriger Soldaten beinhaltet.

Sparduese aufrechtSelbst auf kleinster nur möglichen Leistung, als ein Handrad so weit aufgedreht, dass gerade genug Brennstoff zur Düse gelangt um den Betrieb aufrechtzuerhalten, produziert das Ding mächtig Hitze.
Für eines aber kann ich die Leistung gut gebrauchen – zum Bier brauen.
Hier muss ja ein Topf mit mehr als 25 Liter Wasser auf Temperatur gebracht werden, und zum Schluss mindestens 90 Minuten wallend kochen.
Für den BVB ist das eine leichte Aufgabe.

Düse - Sparversion
Dem Problem der wahnsinns Leistung und dem damit verbundenen Brennstoffverbrauch haben sich kluge Köpfe, die im Pelam-Forum unterwegs sind, angenommen und eine Spardüse entwickelt, die Brennstoffverbrauch und Leistung mindert. Die Düse hat eine etwas größere Höhe, ein kleineres Loch, und ist in hervorragender Qualität aus Messing gefertigt. Die Düse ist auf dem Bild rechts zu sehen.

Düse - regulärDie schwarze Düse auf diesem Bild ist die orginale Düse – wie man sieht, ist die Bohrung sehr viel größer als die der Spardüse.

Auf dem Bild ganz oben sind vier Düsen zu sehen, die schwarzen sind die originalen (einmal verschmutzt nach ein paar Stunden Betrieb, eine ungebraucht), und die Spardüsen mit der Öffnung und dem Gewinde nach oben.

Als nächstes werden die Düsen einem Test unterzogen – noch ist es mir aber draußen zu kalt dafür, aber wärmeres Wetter ist schon in Sichtweite 🙂

Petromax 829 HK500 umrüsten auf Spiritusbetrieb

Die Petromax 829 Starklichtlampe wird bekanntlich mit Petroleum befeuert um Licht zu erzeugen. Das Licht ist damit einfach nur hell, dabei rauscht die Lampe recht laut, wird heiß und es riecht doch recht deutlich nach Petroleum, jedenfalls für feine Nasen.

Ändert man aber die Parameter der Lampe wie Düsenbohrung, Luftmenge und andere, kann sie auch mit Spiritus betrieben werden. Der Vorteil: weniger Geräusch, geringere Hitzeentwicklung, geringerer Verbrauch, keine Geruchsbelästigung (Alkohol verbrennt zu CO2 und Wasser) und geringere Betriebsdruck (0,3 statt >1 Bar). Zudem ist die Lampe damit nicht ganz so hell, ob das ein Vor- oder Nachteil ist mag jeder selbst beurteilen.

Ich beschreibe also nun, wie ich meine fabrikneue, verchromte 829 umgerüstet habe auf Alkoholbetrieb.

Ehre wem Ehre gebührt, die Idee ist nicht von mir; ich vollziehe den Umbau nach „Methode Gebaur“ wie auf Lampenmaxe.de beschrieben.

Spiritusumbau KomponentenGeändert werden müssen folgende Teile:

  • die Düse
  • die Luftmischung
  • der Tonbrenner
  • der Glühstrumpf
  • ggfs. auch noch die Vergaserstopfung

Die Düse

Düse mit 0,4mm Bohrung

Düse mit 0,4mm Bohrung

Für die Niederdruck-Variante muß die Düse aufgebohrt werden auf 0,4mm, der Dampfdruck von Spiritus ist wesentlich höher als der von Petroleum. Mit einem Bohrerset für ein paar Cent von eBay und einem Dremel mit Bohrständer ist so eine Düse schnell geweitet. Als Ausgangsmaterial nehme ich hierfür gebrauchte „ausgenudelte“ Düsen, die für den Petroleumbetrieb nicht mehr taugen. Auf 0,4mm aufgebohrt tun die’s dann im Spiritusbetrieb wieder hervorragend 🙂

Die Luftmischung

Eine Luftdrossel in der Mischkammer

Eine Luftdrossel in der Mischkammer

Das Luft/Brennstoff-Gemisch muss bei Spiritus fetter sein als bei Petroleum, daher reduziert man die Luftzufuhr. Im Petroleumbetrieb kann man für die Regulierung den Abstand des Mischrohrs zur Düse variieren: je geringer, desto fetter. So gering kann man den Abstand aber konstruktionsbedingt gar nicht machen, wie es notwendig wäre. Daher setzt man eine Drossel ein, in meinem Fall ein Stück Kupferrohr aus dem Baumarkt, 15mm Aussendurchmesser und 20mm Länge. Am der Düse abgewandten Ende noch ein Loch mit 6mm Durchmesser bohren, alles sauber entgraten, fertig.
Eleganter wäre noch eine Ummantelung um die gesamte Mischkammer, die man verschieben kann um so eine Öffnung zu vergrößern oder zu verkleinern – das wird aber der nächste Schritt.

Der Tonbrenner

Der Tonbrenner

Der Tonbrenner

Der Tonbrenner erfüllt die Aufgabe, das Gas/Luftgemisch gleichmäßig zu verteilen, dies geschieht durch viele kleine Löcher, die wie Düsen fungieren. Die Löcher müssen vom Durchmesser so beschaffen sein, daß die Durchflussgeschwindigkeit des Gases etwa der der Abbrenngeschwindigkeit entspricht – dann brennt die Flamme genau vor dem Brenner. Ist die Geschwindigkeit zu niedrig gibt es Flammenrückschläge in das Mischrohr, ist sie zu hoch wird die Flamme „weggeblasen“ Da der Druck im System wesentlich niedriger ist als im Petroleumbetrieb, muß der Querschnitt verringert werden. Das erreicht man indem man den äußeren Lochkreis verschließt, hierfür bietet sich zum Beispiel Auspuffkitt an. Der läßt sich einfach aufbringen, man muß den Kitt nur langsam trocknen lassen und nicht, wie vorgesehen, durch Hitze, da er sich sonst zusammenzieht und die Löcher nicht richtig verschliesst.

Der Glühstrumpf

Glühstrumpf

Höher angebundener Glühstrumpf

Der Glühstrumpf wird durch das aus dem Tonbrenner austretende heiße Gas zum Leuchten angeregt. Die Gasmenge, die den Strumpf ausfüllt, muss so bemessen sein daß das Volumen vollständig ausgefüllt ist, aber auch nicht zuviel, da sich sonst um den Glühkörper herum eine Korona bildet. Durch den geringen Druck und damit austretende Gasmenge ist der Glühstrumpf für die HK500 zu groß. Man kann nun einen von Haus aus kleineren Strumpf anbinden, oder den HK500-Strumpf einfach höher anbinden. Hierfür nehme ich den normalen Strumpf, ziehe den Anbindefaden heraus und fädele ihn mit einer Stopfnadel etwas weiter unten wieder ein.
Den Überstand schneide ich ab und brenne den angebundenen Glühstrumpf ganz normal ab.

Die Vergaserstopfung

Gestopfter Vergaser

Gestopfter Vergaser

Über das Vergaserstopfen habe ich bereits einen Artikel geschrieben, daher nur so viel: Spiritus verdampft bei schon sehr viel geringeren Temperaturen als Petroleum, und der Dampf bildet ein isolierendes Polster zur Vergaserwand was eine weitere Verdampfung verhindert und im Endeffekt zu „Blinken“ führt. Man kann dem entgegenwirken indem man die Fläche, die Wärme in den Brennstoff leitet, vergrößert, zum Beispiel indem man Putzdochte zum Waffenreinigen in den Vergaser einführt. In dem Artikel ist das aber umfassend dokumentiert 🙂

Hier ist noch ein Video, wie die Lampe gestartet wird. Das Blinken, das am Anfang auftritt, gibt sich gleich nach dem Start, wenn sich die Druckverhältnisse eingependelt haben.

Vergaser stopfen für Spiritusbetrieb

Ich betreibe eine Petromax-Starklichtlampe im Spiritusbetrieb. Hierfür sind einige Veränderungen an der Technik der Lampe notwendig, damit das unterschliedliche Verdampfungsverhaltung des alkoholbasierenden Brennstoffes im Vergleich zum vorgesehenen Petroleum sich nicht nachteillig auswirkt. Eine notwendige Maßnahme ist das sogenannte Stopfen des Vergasers, um einem Pulsieren der Helligkeit entgegen zu wirken. Die Stopfung hat bis vor Kurzem auch gut gewirkt, aber seit neuestem zeigt die Lampe deutliche Tendenzen zum pulsieren. Ich entscheide mich also, den Vergaser neu zu stopfen.

Wer eine Petroleum Starklichtlampe wie die Petromax 829 betreibt, wird schnell Bekanntschaft mit Herrn Leidenfrost machen. Die Lampe pulsiert in ihrer Helligkeit. Ursache ist die Funktionsweise der Lampe, bei der der Brennstoff durch Hitze vergast wird. Ist die Hitze zu groß, wird nicht genug Energie in den Brennstoff übertragen und er verdampft sofort an der heißen Oberfläche und bildet ein isolierendes Dampfpolster. Man kennt das von kleinen Wassertropfen, die auf heißen Herdplatten tanzen. Gleiches passiert hier, der Brennstoff verdampft, bildet eine isolierende Dampfschicht, der Dampfdruck im Vergaser sinkt, die Menge an vergastem Brennstoff, der in den Brenner gelangt, sinkt – die Lampe wird dunkler. Kurz darauf entweicht der Druck durch die Düse, flüssiger Brennstoff verdampft erneut, der Druck und damit die Helligkeit steigt – der Vorgang beginnt von vorne.

Dem entgegenwirken kann man, indem man dafür sorgt dass die Hitze gleichmäßiger in den Brennstoff gelangt. Dies erreicht man durch die Vergrößerung der Oberfläche im Vergaser. Eine Maßnahme hierfür ist es, Messinggaze aufzurollen und in den Vergaser zu stopfen – für Petroleumbetrieb reicht das auch locker aus.
Ethanol, das schon bei wesentlich geringerer Temperatur verdampft, braucht eine sehr viel größere Oberfläche um die Hitze in den Brennstoff zu bekommen. Hier nimmt man, anstelle der Messinggaze, etwas ganz profanes wie Baumwolldocht. Am effektivsten für mich hat sich dabei Putzdocht der Bundeswehr erwiesen. Den Vergaser damit einmal gestopft erledigt sich das Pulsieren sofort.

Einziger Nachteil: der Docht verschleißt durch Verkokung relativ schnell und muss irgendwann ausgetauscht werden. Der verkokte Docht ist rechts auf dem obersten Foto zu sehen. Dies ist der Zustand nach mehreren Stunden Betrieb.
Also musste ich, da die Lampe zu Pulsieren begann, eine neue Stopfung anfertigen. Hierzu nahm ich sieben Dochte, klemmte sie in eine Schlaufe eines Drahtes und verdrillte das Paket um den Draht.
Unter drehenden Bewegungen lässt sich dieser Docht nun leicht in den Vergaser einführen. Der Draht hilft dabei beim Einführen und später auch wieder beim Entfernen – der verkokte Docht ist sehr fragil und zerreist bei Zug, der Draht wirkt dann als Zugdraht an der Spitze der Verkokung.


Auf dem letzten Bild sieht man nun, wie das neue Paket in den Vergaser eingeführt wurde. Ein wenig Docht steht unten noch heraus und muss in das Unterteil des Vergasers eingeführt werden.
Der erste Betrieb mit E85-Brennstoff brachte nach vorigem Pulsieren auch den erwarteten Erfolg: die Lampe leuchtet mit konstanter Helligkeit.

Neuzugang: Zugschlussleuchte der Bahn

Der Brenner einer Zugschlussleuchte

Der Besuch des lokalen Flohmarkts hat sich mal wieder gelohnt. Ich habe eine nette Lampe gefunden und sie für drei Euro bekommen.
Ich musste nur den Docht ein wenig trimmen, den Tank auffüllen, etwas putzen und nun leuchtet Sie auf Anhieb auf dem Wohnzimmertisch 🙂

Die Lampe hat eine Besonderheit, nämlich eine Feststellmutter am Dochtantrieb, und einen merkwürdig flachen und irgendwie wenig ästhetischen Tank.
Die nette Dame, die die Lampe verkauft hat, meinte Sie war von ihrem Mann und der hatte „irgendwas mit der Bahn“ zu tun.
Ein wenig Recherche im Internet hat ergeben, dass es sich vermutlich um eine Zugschlussleuchte der Bundesbahn handelt, oder zumindestens der Lampenteil davon.

Etwas merkwürdig finde ich noch, dass Innenteil auf Fotos immer mit rechteckiger Grundplatte zu sehen ist, meine aber nur den runden Tank hat.

Mal sehen, was hier noch rauskommt.

Feuerhand 176e ist nun gereinigt und Kamin entfernt


Die komplette Restaurierung der 176e steht ja noch an, hauptsächlich weil ich es richtig machen und die Lampe nicht nur einfach anpinseln will.
Da Rosten nach der Säurebehandlung sofort wieder alle Stellen, die nicht eingepinselt sind, und das sind eine ganze Menge.
Also muss sie so weit wie möglich zerlegt werden. Schwierig wird es da, wo keine Biegelaschen geöffnet werden können, wie zum Beispiel beim Kamin.
Hier wir es schwierig, den Innenmantel zu Entfernen ohne Spuren zu hinterlassen, die nicht rückgängig gemacht werden können, oder gar Teile zu zerstören.
Ich habe mir nun damit beholfen, das runde Lochblech nach unten zu drücken und hoffe, das wieder zurechtbiegen zu können. Der Kamin ging aber dann relativ problemlos raus 🙂

Nach einigermaßen gründlicher Behandlung mit einer Drahtbürste sieht die Lampe sogar wieder hübsch aus. Ich werde wohl von meinem ursprünglichen Plan, sie in zeitgenössischer Olivgrüner Farbe zu spritzen, abweichen und Klarlack nehmen, und sämtliche Teile, die großer Hitze ausgesetzt sind, mit profaner Ofenfarbe streichen.

Was jetzt noch aussteht ist zu klären, ob manche Teile wie die Brenneraufnahme verbogen sind oder ob sie so gehören…

Geätzt und gelaugt

Die Lampe ist nun mittlerweile sowohl im Rost- als auch im Farbentferner-Bad gewesen.
Farbe entfernen geht mit Natronlauge sehr gut, die gibts in Granulatform sehr günstig auf eBay.
Nachdem nun alles runter ist, was den Blick versperrt, wurde schnell deutlich wie ich die Haube und die Klammer darunter entfernen kann, diese werden durch einfache umgebogene Laschen gehalten.

Gerne würde ich aber noch den Kamin entfernen um Ihn innen wie aussen zu entfärben und neu zu lackieren – aber ich habe keine Ahnung, wie ich das bewerkstelligen sollte ohne Ihn dabei zu verbeulen.

Mal sehen wie ich das hinbekomme…

Die Feuerhand 176e ist „Im Eimer“

Feuerhand 176e entrostenDie kleine Dochtlampe ist nun schon ein paar Tage im Eimerin einem Bad aus Zitronensäure. Diese Vorgehensweise wurde in einige Foren zur schonenden Rostentfernung empfohlen, daß es aber so gut funktioniert, hatte ich nicht erwartet. Der Vorgang geht zwar langsam vor sich, der Rost fällt aber tatsächlich in Flocken ab und zurück bleibt das blanke Metall. Ein paar Flecken scheinen noch alte Farbe zu sein – die geht aber wahrscheinlich mit Natronlauge ab.

Die gibt es in der Apotheke, bis ich die habe verbleibt die Lampe in der Säure – was kann besser vor Rost schützen als Rostentferner? 😉

Feuerhand 176e vom Flohmarkt

Eine Feuerhand 176eSpontane Flohmarktbesuche lohnen sich.
An einem Stand gab es eine total verrostete, kleine Sturmlaterne. Der Verkäufer ließ sich auf einen 1,50EUR runterhandeln – was macht man da schon verkehrt?
Also zugeschlagen und eingesackt. Einziger Wermutstropfen: der Brenner fehlt.

Zuhause, nach Recherche im Internet, stellt sich raus: es handelt sich um eine Feuerhand 176, vermutlich das Modell „e“ wie „Einheitslaterne“ und Baujahr 1943.

Ich werde nun versuchen, das gute Stück sowohl optisch als auch technisch wieder ein einen gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen.
Das Besondere (oder Schlimme, wie man’s nimmt) an dieser Lampe ist durch die Epoche der Herstellung bedingt – 1943 war bekanntlich Krieg und Zinn ein kriegsrelevanter Rohstoff. Die Lampe war daher nicht verzinnt sondern tauchlackiert – deswegen auch der viele Rost.
Den absoluten Originalzustand werde ich nicht wieder herstellen, sondern den Kamin wegen der Hitzebeständigkeit mit Ofenfarbe und den Rest wohl in einem hellen Grau lackieren, schließlich soll sie leuchten und nicht in der Vitrine stehen.

Aber als erstes geht’s in einen Eimer mit Zitronensäure. Das löst schonend den Rost und greift das Metall nicht nennenswert an.