Codename „Bluefire“

Ich beschäftige mich hobbymäßig mit der Linuxsoftware VDR, die einen PC in einen Personal Videorecorder verwandelt.

Diese Software verwende ich bereits seit 2001 mit immer noch wachsender Begeisterung und habe zudem schon mehrere Maschinen für Freunde und Verwandte gebaut.

Seit einiger Zeit ist der VDR und die Hardware nun HD-fähig, und der Wunsch meiner „Kunden“ nach Hochauflösendem an den Flachbildschirmen wächst.

Ich installiere nun im Laufe der nächsten Wochen einige neue Maschinen, die ich hier auch präsentieren werde.

Den Anfang macht das Gerät für einen Freund, Hostname BlueFire:

01_aussenansicht

Folgende Hardware kommt hier zum Einsatz:

  • Gehäuse: MS-Tech MC-700 – Edle Klavierlackoptik, minimalistische Front, schmaler als die üblichen 19″ (auf dem Bild ist noch die Schutzfolie an der Flanke dran)
  • Mainboard: Asus P5N7A-VM – Alles onboard, was man zum HD-Leben braucht im Micro-ATX Format
  • Video-Output: Nvidia Geforce 9300 Onboard; VDPAU-fähig (Dekodierung von H.264 in Hardware), Video und Audio über HDMI
  • Satellitenempfang: TechnoTrend TT-budget S2-1600
  • Fernbedienung: X10 Funk von Pollin
  • Festplatte: 1TB
  • Kostenpunkt: ca 400EUR

Software:

  • Betriebssystem: Gentoo Linux
  • PVR: VDR, Ausgabe über xineliboutput/vdpau, aus Sourcen „handgeschnitzt“
  • Multimedia: XBMC

Dreh- und Angelpunkt für Geräte für HD-1080 Wiedergabe ist die Wahl der Hardware. Favorisierte ich früher die HDe von Reel Multimedia bin ich nun wegen den arg eingeschränkten Möglichkeiten ins VDPAU Lager gewechselt.

Dabei wird das Dekodieren des Videostroms (für Sat zB MPEG-2 und H.264) komplett von einer Nvidia-Grafikkarte übernommen, die Steuerung übernimmt die (VDPAU-fähige) xine-Bibliothek und das xineliboutput-Plugin im VDR.

Der VDR-Kern läuft dabei als Daemon, die Anzeige wird mittels X-Server und vdr-sxfe realisiert. An der Fernbedienung kann dann per irexec umgeschaltet werden zwischenvdr-sxfe oder xbmc.

Die Grafikkarte sitzt dabei onboard, was den großen Vorteil hat das der (ebenfalls onboard) Sound gleich ohne großes Zutun über HDMI mit übertragen wird.

Einziger Nachteil ist der passive Kühler der doch ein bißchen arg mickrig ist und durch einen größeren Kühlkörper ersetzt wurde. Temperatur der belasteten GPU liegt so nun konstant bei ~60 Grad.

05_innenansicht_4_Kuehlkoerper_auf_GPU

Da die rechenintensive Arbeit von der GPU übernommen wird konnte die CPU sparsam ausfallen. Ein Celeron 2GHz mit 39W maximaler Leistungsaufnahme bescheidet sich daher bei 29 Grad. Wärmeprobleme und damit lautstarke Kühlung entfallen dadurch – die Lösung ist absolut Wohnzimmertauglich und hat einen hohen WAF.

03_innenansicht_2_Kuehlkoerper

Nur am Netzteil muss noch gearbeitet werden, das gelieferte ist doch arg laut, und Silent-Ersatz im Micro-ATX Format haben wir noch nicht gefunden.

06_rueckansichtDie Fernbedienung, die bei dem Gehäuse dabei war, emuliert leider eine Tastatur (als HID) und ist für ausgefuchstere Aufgaben wie Clients Umschalten leider nicht geeignet.

Zum Einsatz kommt daher meine absolute Lieblingsfernbedienung, die X10 Funk-Fernbedienung von Pollin:

x10Klein, handlich, alle relevanten Tasten drauf und ohne Verrenkungen erreichbar und: Funk.

Selbst in der Küche beim Essen zubereiten lässt sich daher die Lautstärke noch ändern – was will man mehr 🙂